Eigentlich sollte eine KTM ja „ready to race“ sein, nimmt man den KTM Claim beim Wort. Bis auf den fehlenden Motorschutz und die dünnen Schläuche stimmt das ja auch. Wenn man Normgewicht um die 75kg hat, ca 180cm groß ist, und klassisches Enduro im Hobbytempo fährt, spricht nichts dagegen. Aber auch wenn dem so ist, ist für viele Motorrad Tunen und Individualisieren ein wichtiger Teil der Faszination Endurofahren. Ein getuntes Bike vermittelt viel mehr Emotion, und dabei geht es uns ja beim Motorradfahren. 😊

Setupparts – das richtige Setup macht Dich schnell!

Ist man bei Gewicht, Größe, Einsatzbereich oder Speed außer der EXC Norm kommt man an Setupparts nicht vorbei. Mit 85kg bin ich zu schwer für die originalen Stoßdämpfer- und Gabel-Federn. Das Motorrad hängt zu tief im Federweg und verschenkt Federweg. Lest dazu meinen Beitrag KTM EXC Fahrwerkabstimmung. Daher fahre ich eine Stufe härter.

Für die perfekte Hardenduro Stehposition habe ich X-Grip Piranhas Fußrasten montiert. Abgesehen vom ultimativem Grip und – Dank Titan – leichtem Gewicht  sind sie 0,5cm tiefer und 0,5cm weiter nach hinten versetzt. Dadurch hat man mehr Platz beim Stehen und mehr Traktion auf der Hinterachse. Ein riesen Vorteil. Um den Abstand zum Bremspedal gleich zu halten, verwende ich den größeren, und vor allem nach hinten versetzbaren Bremspedalaufsatz von Enduro Engineering.

Da mir der horizontale, originale Lenker- Fußrastenabstand passt, habe ich einen Renthal Twinwall 999 Lenker verbaut, der ca 0,5cm tiefer als der originale Lenker ist, und damit die niedrigeren Fußrasten ausgleicht. Damit bleibt der Druck am Vorderrad gleich.

Fährt man härtere Offroadauffahrten, bei denen man sitzend fahren muss, rutscht man bei der originalen Sitzbank gleich einmal nach hinten. Grund ist der rutschige Sitzbankbezug. Abhilfe schafft die Factory Sitzbank aus dem Powerpartssortiment oder ein griffiger Sitzbankbezug wie der X-Grip Baboos Butt. Damit fällt es deutlich leichter, Druck auf das austeigende Vorderrad zu machen.

 

Die originalen Griffe sind mir etwas zu hart, daher fahre ich die minimal dickeren X-Grip Braaaap. Für einen besseren Halt am Motorrad mit den Stiefeln montiere ich die Acerbis Rahmenschützer. Ganz neu sind die Polisport Dekorschützer. Damit wird der Dekorverschleiß an den exponierten Stellen reduziert. Ich beklebe sie mit Skateboard Griptape und verbessere damit den Stiefel Grip!

Setupteile sind meist im direkten Körperkontakt, daher für das Wohlfühlen am Bike extrem wichtig!

Protection Parts – um zu gewinnen musst Du erst ankommen!

Hier entscheidet in erster Linie der Einsatzbereich, was man auf sein Motorrad montiert. Am wichtigsten sind Schutzteile für Motor und Hände/Hebel. Beim Motorschutz kann man einfache Ausführungen wie die Acerbis Motorschutzplatte , oder den KTM Powerpartsschutz montieren, oder man wählt wie ich die High End Variante, den X-Grip Kunststoff Motorschutz. Vorteil: Seitlich höher hinaufgezogen und aus einem 8mm dicken Kunststoffmaterial; damit das Motorrad perfekt über Hindernisse gleiten kann.

Beim Handschutz reichen mir die offen originalen Handschützer oder aktuell die Acerbis X-Ultimate, wegen der persönlichen Note. 😊 Für den härteren Einsatz empfehlen sich geschlossene Versionen aus Kunststoff oder Alu. Damit sind auch die Hebel im Falle eines Sturzes geschützt.

 

Wer härteres Enduro oder gar Extremenduro fährt, oder öfter stürzt, sollte folgende Teile in Betracht ziehen: Alu-Kühlerschutz, Bremsscheibenschutz vorne und hinten, Kupplungs- und Zündungsdeckelschutz und eine verstärkte Kettenführung, um ein Abspringen der Kette bei Felskontakt zu verhindern. Für den Werterhalt ist ein Schwingenschutz, ein Gabelfaustschutz und ein Gabelholmschutz auch keine schlechte Investition.

Viele Teile bedeuten mehr Gewicht, machen das Motorrad aber robuster, können einen Ausfall verhindern und steigern den Wiederverkaufswert!

Zum Schutz des Motorrads verwende ich auf der Gabel und an der unteren PDS Befestigung des Federbeins (dort halbiert) die kurzen Acerbis Neoprenschützer mit Velcro. Das hält den feinen Schmutz fern und kann beim Service leicht entfernt werden. Der KTM Powerparts Kupplungsnehmerschutz schützt bei einem Kettenriss oder vor Steinen im Ritzel.

Performanceparts – mehr Leistung kann nie schaden!

Das Performance Level einer KTM EXC ist recht hoch und Tuning ist hier eigentlich erst sinnvoll, wenn nach Setup- und Protectionparts noch Budget vorhanden ist.

Die originalen Maxxis Reifen sind vor allen bei feuchten Bedingungen nicht die erste Wahl. Beim Reifenwechsel sollte man auch gleich die dünnen Schläuche gegen richtig dicke, wie die X-Grip Rennschläuche tauschen. Oder gleich auf Mousse wechseln. Oder wie in meinem Fall auf Tubliss, wie Ihr in meinem Tubliss Test KTM EXC nachlesen könnt. Für mich mit viel Motocross und wenig Enduro die beste Wahl.

Die EXC Serien-Laufräder sind an sich ganz ok. Wer auf High-Endware umrüsten, oder wie ich einfach einen zweiten Laufradsatz besitzen möchte, dem empfehle ich den X-Grip Laufradsatz. Super Preis-Leistungsverhältnis, extrem robust und geniale Optik. (Vor allen wenn man nicht so wie ich – klassisch silber-schwarz nimmt…😂).

Beim 4-Takter beliebtestes Tuningteil ist der Auspuff, bei mir die Acrapovic Komplettanlage Racing Line. Sehr robust und super verarbeitet, aber kaum leichter als die Originalanlage. Dafür lassen sich die Gänge unten etwas länger fahren, was auch Hobbyfahrer nutzen können.

Ein bei erfahrenen Piloten beliebter Tuningpart ist die gefräste Gabelbrücke. Durch die Passgenauigkeit werden die Tauchrohre nicht so stark geklemmt und die Standrohre können besser gleiten, die Gabel funktioniert besser. Am besten kann dass die Xtrig Rocs Gabelbrücke mit geteilten Aufnahmen. Außerdem kann der Versatz auf 20 oder 22mm eingestellt werden und damit das Handling der Strecke oder der persönlichen Präferenz angepasst werden. Nach Langem probiere ich wieder die Elastomere gedämpften PHDS Lenkeraufnahmen. Vibrationen und harte Schläge werden damit gedämpft, aber die Lenkpräzision bleibt erhalten. Ich bin gespannt.

 

Relevant bei der 350F wäre auch der X-Grip Kühler-Lüfter. Bei langsamer Fahrt wird der 2020er Motor gerne heiß und neigt zum Überkochen. Da ich wenig technisches Gelände fahre, spare ich ihn mir vorerst. Dafür habe ich die Motocross Kühlerschläuche ohne Thermostat für mehr Wasserdurchsatz verbaut.

Für extremere Einsätze ist ein Bergegurt, wie der elegant geschraubte X-Grip Hebegurt, ein feines Teil.

Optikparts – wenn schon nicht schnell dann wenigstens mit Style! 😊

Beliebt sind Teile, die dem Motorrad einen individuellen Look verleihen, wie andersfärbige Plastics oder Dekor Sätze in Factory Optik. Aber natürlich haben die meisten Setup- oder Performanceparts auch optisch einiges zu bieten.

Fazit

Michael Jentl jentlflowOhne Tuning geht es nicht. Wer sein Motorrad nicht mit den richtigen Setupteilen anpasst, wird sich nicht wohlfühlen und richtig  schnell fahren können. Setuptuning steht daher für mich an erster Stelle. Enduro wird immer extremer und das Angebot an Protectionparts wächst nicht ohne Grund. Wer hartes Gelände fährt und ins Ziel kommen möchte, sollte hier nicht sparen. Den Feinschliff holt man sich mit Performancetuningparts wie Auspuff oder Gabelbrücke. Auch hier zählt, wie bei den reinen Optikparts, der individuelle Look und das Wissen ein einzigartiges Bike zu besitzen. Tuning ist Emotion. Unser österreichischer, kompetenter Partner in so wichtigen Fragen ist der Auner, wer sonst!