Adventurebikes sind wahre Alleskönner. Von Weltreise bis Amateur Rally, von Autobahn bis Singletrail, alles ist möglich. Durch den breiten Einsatzbereich ist die ganze Auslegung des Bikes und damit auch das Ergonomie Setup ein Kompromiss. Je nach Einsatzbereich erfolgt dann die Reifenwahl, doch wer beschäftigt sich schon richtig mit dem Motorrad Setup ?
Ob man sich am Motorrad wohlfühlt, bestimmt in erster Linie die Ergonomie. Diese ist zum Teil durch das Bodywork des Bikes vorgeben, kann aber auch durch Einstellung von Lenker und Hebeln, sowie durch den Tausch von Setup Parts wie Lenker, Fußrasten und Sitzbank angepasst werden.

Nur wenn die Ergonomie passt, lässt sich das Bike sportlich Offroad bewegen

Adventurebike Fahrzeug Ergonomie

Jeder Motorradhersteller hat bei der Konstruktion eines Adventurebikes einen Zielkunden vor Augen. So kann das Bike eher auf der komfortableren, langstreckenorientierten Seite sein, wie z.B. bei der Honda CRF 1100L Africa Twin. Oder sehr sportlich, wie z.B bei der KTM 890 Adventure R. Oder eben dazwischen wie z.B. bei einer Husqvarna Norden 901.
Diese grundsätzliche Ausrichtung betrifft neben Motor, Fahrwerk, Raddimensionen, Windschutz, Gepäckmöglichkeiten etc. auch die Ergonomie, die den Fahrer gemütlicher oder sportlicher, strassenlastiger oder offroadiger am Motorrad positioniert.

Offroad Touring versus Offroad Sport Basis Ergonomie – Honda CRF 1100 AT versus KTM 890 Adventure R

Das geschieht zuerst über die Montagepunkte am Chassis, die auch nicht verändert werden können. So ist der horizontale Abstand zwischen Lenkeraufnahme und Fußrasten vorgegeben, ebenso wie die Positionierung der Sitzbank über die Länge des Tanks. Die Höhe (bzw. Tiefe) des Lenkers kann limitiert sein, wenn er mit dem hohen Tank kollidiert und die Fußrastenposition kann konstruktionsbedingt (zu) tief für sportliches Fahren sein.
Hier lässt sich dann auch mit Setupparts wenig ausrichten. Daher zu aller erst bei der Motorradwahl darauf achten, dass die Auslegung zum Fahrertyp passt. Aus einem Offroad Sportler ein Tourenbike zu machen gelingt ebenso schlecht wie aus einem Tourer ein Rallybike. Beziehungsweise nur mit großem Aufwand.

Adventurebike Serien Ergonomie Setup

Die meisten Adventurebikes werden vorrangig auf der Straße bewegt, darauf nehmen die Hersteller bei der Erstmontage von Setup Parts und deren Einstellungen Rücksicht. Das erkennt man am Lenker- und Hebelsetup, das im Auslieferungszustand auf Straßenbetrieb ausgelegt ist. Auch die Einstellung von Schalthebel und Fußbremse passt für sitzendes Fahren meist perfekt.  Als tourenorientierter Adventurebiker wird man mit dem originalen Setup recht gut zurecht kommen. Hier geht es dann meist um Anpassungen an die Körpergröße und individuelle Vorlieben.

Anders schaut die Sache aus, wenn man öfter Offroad fährt und auch hier seinen Schwerpunkt setzt. Da im Gelände meist stehend gefahren wird – Die perfekte Hardenduro Stehposition – , unterscheidet sich das Ergonomie Setup doch deutlich vom Straßensetup.

Mit einem perfekten Offroad Ergonomie Setup gelingen Wheelies gleich besser

Offroad Ergonomie Setup

Wer mit seinem Adventurebike ins Gelände möchte, kommt an einer Anpassung von Lenker- und Hebeleinstellungen nicht vorbei. Hier spielt die Offroadfahrtechnik und damit die fahrdynamisch richtige Positionierung am Bike eine zentrale Rolle. Daher:

Zuerst zum Fahrtechniktraining – dann erst zum Offroad Ergonomie Setup

Stellt man sein Bike auf eine vermeintlich falsche Fahrposition ein, erschwert das dann das Erlernen einen modernen Technik. Wie schon oft gesehen bei den Jentlflow Offroadtrainings.

Offroad Lenkersetup

Wir beginnen mit dem Lenkersetup. –  KTM EXC Lenkersetup – Der Lenker selbst kann meist weiter vorne oder hinten montiert werden indem man die Aufnahmen dreht. (Bei KTM zusätzlich 3 Positionsmöglichkeiten) Beim Straßensetup ist der Lenker etwas weiter hinten und zum Fahrer hin gedreht montiert, um ihn im Sitzen gut und bequem zu erreichen. Offroad wollen wir im Stehen, bei moderner Fahrtechnik, Druck am Vorderrad und daher den Lenker weiter vorne haben. Wobei zu weit vorne ist für die Stabilität bei höherer Geschwindigkeit nicht ideal, und zu weit aufgedreht lässt die Lenkerenden nach oben zeigen, was die Armhaltung nicht begünstigt. Die Rückbiegung des Lenkers, Backsweep genannt, sollte für das Offroad Setup in einer Flucht mit der Gabel liegen. Wenn das ergonomisch nicht passt, den Lenker – wenn möglich weiter vorne montieren. Oder besser auf einen Hard-Enduro  bzw. Motocrosslenker wechseln, denn (zu) weit vorne hat ja Nachteile was die Fahrstabilität betrifft.
Eine Lenkererhöhung ist nur in ganz wenigen Fällen sinnvoll. Auch hier gilt – zuerst einmal ein Jentlflow Offroadtraining machen – dann entscheiden.

Kupplung- und Bremshebeleinstellungen

Hier unterscheiden sich die Einstellungen von der Höhe her nicht sonderlich vom Straßensetup, man kommt auch im Offroadbetrieb gut damit zurecht. Relativ hoch eingestellt (ca 10° unter waagrecht) passt die Bedienbarkeit im Stehen beim sportlichen Bremsen und steilen Bergabfahren (wo wir sie am meisten brauchen) so auch bestens.  Eventuell noch die Montageschellen weiter nach innen schieben, um die Griffposition zu verbessern. Die richtige Positionierung am Bike, gelernt beim Jentlflow Offroadtraining, sorgt für Verständnis.

Fußbrems- und Schalthebel Setup

Die Einstellung von Fußbrems- und Schalthebel sind dagegen ein schwieriges Thema. Im Sitzen zeigen die Fußspitzen nach unten, beim Stehen mit moderner Fahrtechnik nach oben. Ob man hier einen Kompromiss in der Einstellung sucht, oder (wie ich) auf Offroad einstellt, muss jeder für sich entscheiden. Die richtige Technik beim Schalten und Bremsen (ja die gibt es …) sollte man dazu auch beherrschen. Stufenbremspedale und schnell-verstellbare Schalthebel, wie von Rade Garage, KTM 790/890 Adjustable levers, können hier eine gute Kompromisslösung sein.

Offroad Ergonomie Setup Parts

An Setup Parts kommen neben dem Lenker (niedrig, mit wenig Backsweep) auch Fußrasten, Griffe und Sitzbank ins Spiel. Überall, wo man Kontakt zum Bike hat, lässt sich die Ergonomie verbessern. Bei den Fußrasten sollte man zumindest die Gummieinsätze entfernen. Das bringt mehr Grip und eine etwas tiefere Fußposition. Größere (breitere) griffigere Fußrasten sind top, bei niedrigeren Rasten sollte man jedoch aufpassen. Die Stehposition kippt dann nach hinten und das Motorrad fühlt sich weniger agil an. Also bitte nur, wenn der Kniewinkel ein Problem darstellt, niedrigere Fußrasten ins Auge fassen, sonst ist man mit der originalen Rastenhöhe immer besser bedient. Die Griffe sollten an die Handgröße angepasst sein. Weichere, gut gedämpfte Griffe aus dem Motocross Regal sorgen für besseres Griffgefühl und mehr Komfort. Eine einteilige, durchgehende Sportsitzbank verbessert die Beweglichkeit am Bike enorm. – KTM Adventure 790R – Test hohe Sitzbank – Pflicht für alle, die die höhere Sitzhöhe nicht abschreckt.
Welche Ergonomie Setup Parts ich verbaue lest Ihr im nächsten Beitrag, demnächst hier in diesem Blog. KTM 890 Adventure – Offroad Tuning Teil 1 Ergonomie

Fazit

Michael Jentl JentlFlowWer sein Adventurebike sportlich abseits der Straße bewegen möchte, kommt an einem Offroad Setup nicht herum. Die Ergonomie ist bei Auslieferung meist strassenlastig ausgelegt und muss angepasst werden, um eine moderne Offroad Fahrtechnik zu ermöglichen. Dazu sollte man sich zuerst mit diesem Thema auseinandersetzten und erst dann das Ergonomie Setup starten. Sowohl für Offroad Fahrtechnik als auch für Setupberatung ist Jentlflow der richtige Partner.