Meine 2024er KTM Adventure 790 – KTM 790 Adventure 2024/25 – First Impression – mit gut 30 Parts Richtung Offroad getuned wird 2026 weitergefahren. Ich fahre die Plattform seit dem Erscheinen der KTM Adventure 790 im April 2019. – KTM Adventure 790R erste Eindrücke -. Jahr für Jahr wurde mit Setup- Protection- und Performanceparts weiterverbessert. Zuletzt 2025 mit X-Grip Piranhas V2  Titan Fußrasten, Kunststoffhandschützern und neuer Lithium Ionen Batterie. – KTM 790 Adventure – Jentlflow Offroad Tuning 2025 – Die Teile haben sich bewährt und bleiben am Bike. Für 2026 gibt’s nur einen neuen Tuningpart, den One Gripper HEX  Sitzbankbezug für meine KTM Rallysitzbank.

Ergonomie beeinflusst Fahrtechnik

Will man sein Adventurebike sportlich abseits der Straße bewegen, und das mit moderner Offroadfahrtechnik, ist erst einmal die Wahl des Motorrads entscheidend. – Adventurebike Offroad Ergonomie Setup
Dabei sollte die Lenkeraufnahme möglichst in Flucht mit der Gabelmitte und so tief wie möglich sein. Nur so hat man auf Schotter Kontrolle über das Vorderrad und wird beim stehend Beschleunigen nicht so leicht nach hinten gezogen. Manche Hersteller müssen mit der Aufnahme noch oben bzw. hinten gehen, da der Tank sehr hoch (z.B. Yamaha T7) bzw. sehr lang (z.B BMW GS900) ist. Nicht ideal, außer man ist sehr groß, dann kann man das ausgleichen.
Auch die Fußrastenmontageposition hat großen Einfluss auf die Ergonomie. Je weiter vorne, umso bequemer im Sitzen (z.B. Honda Transalp, Kove 800X, ), aber umso kürzer wird der horizontale Abstand zum Lenker. Und wieder fällt das Bergauffahren und Beschleunigen im Stehen schwerer. Besonders wenn man groß ist. Kleinere Piloten kommen mit weit vorne montierten Fußrasten besser zurecht.
Wenn man im sportlichen (Straßen wie) Offroadbetrieb sitzend fährt, hat man am meisten Kontrolle und Traktion, wenn man direkt über den Fußrasten sitzt. Das ist bei kleinen Einzylindern kein Thema, aber bei Adventurebikes kann man das nur die KTM. Denn dazu darf der Tank nicht zu lang sein und da punktet KTM mit den tiefen Tankbeulen links und rechts. Die sind also nicht nur wegen dem Handling  so konstruiert, sondern auch wegen der auf sportliches Fahren ausgelegten Ergonomie. Nur so kann der Tank trotz 20 Liter Fassungsvermögen nieder für eine niedrige Lenkeraufnahme und kurz für eine aktive Fahrposition sein.

Der niedere, aber auch kurze KTM Tank ermöglicht eine sportliche Sitzposition

Die Sitzbank – wichtiges Ergonomieteil

Bei Ergonomieparts geht es um die Kontaktpunkte des Fahrers zum Motorrad. Das sind zuerstmal Fußrasten, Lenker und Sitzbank. Damit wird das „Rider Triangle“ (Positionierung von Füßen, Händen und Becken) im Sitzen wie im Stehen beeinflußt.

Als sportlicher Offroad Adventurebiker will man:

1,  Eine „vorne tief – hinten hoch“ Stehposition

So fährt man beim dynamischen Gasgeben und bergauf kraftsparend ohne Zug auf den Händen. Und nur dann hat man in Kurven richtig Belastung am Vorderrad und ein leichtes, gut zu kontrollierendes Heck im stehenden Drift. Daher sind Lenkererhöhungen und tiefe Fußrasten tabu. (Wir sprechen hier vom sportlichen Fahren, für den „Endurowanderer“ kann das schon passen.)

2, Eine möglichst gerade hohe Sitzbank mit viel Grip

Je weniger Mulde die Sitzbank hat, umso weiter vorne, Richtung Lenkkopf, kann man sich hinsetzen. Ideal für sitzend gefahrene Kurven, bei denen es ja darum geht, das Vorderrad zu belasten. Je weniger Mulde, umso mehr Bewegungsfreiheit hat man. Man rutscht nicht in die Mulde hinein und kann im Rallystyle auch weiter hinten sitzen.

Eine Rallysitzbank ist höher, aber im Sitzbereich schmäler. Daher nicht so komfortabel, das Motorrad lässt sich dafür aktiver unter dem Hintern hin und her bewegen, es wird sportlicher. Man sitzt höher, kommt aber durch die  „umgekehrte V-Form“ annähernd gleich gut mit den Füßen zum Boden. (Kleinerer Schrittbogen).  Bei der 2 cm höheren KTM Powerparts Rallysitzbank ist das so. Natürlich leidet neben dem Hintern auch der Windschutz, da man höher sitzt. Da muss man sich entscheiden.

Die Sache mit dem „Sitzbankgrip“

Beim Gasgeben und Bremsen möchte niemand auf der Sitzbank nach hinten und vorne rutschen – klar. Ebenso, wenn es im Gelände bergauf geht und man mal sitzen muss, ist Grip gefragt. Ein kraftsparender Faktor. Wie stark man sich von der Sitzbank durch Oberschenkeldruck mit dem Gesäß lösen muss, um die Sitzposition ändern zu können, bestimmt die Rauheit des Bezugs. Es kann also auch zu viel Grip geben, das ist dann ziemlich mühsam. Auch hier gilt, je sportlich/aktiver man fährt, umso mehr Halt möchte man. Und ich selbst möchte viel Grip haben. Bei den Fußrasten gilt hier übrigens das gleiche. Ich fahre die griffigen X-Grip Piranhas V2  Titan Fußrasten und schärfe sogar mit einer Feile nach. Dadurch erfordert das Ändern der Fußposition ein Anheben des Fußes, man hat aber dafür ein extrem sicheres Standgefühl auf den Rasten. Das gleiche gilt für den Sitzbankgrip.

Sitzbankgrip ist auch im Stehen wichtig

Sitzbankgrip für stehendes Fahren?

Jetzt könnte man glauben, im Gelände fährt man mit dem Adventurebike eh alles im Stehen, da ist die Sitzbank doch egal. Eben nicht. Mit einer modernen Offroadfahrtechnik wird das Motorrad primär über die Füße gesteuert/kontrolliert. Daher ist die Fußposition extrem wichtig. In weiterer Folge geschieht die Kontrolle durch den Kontakt der Knie zum Motorrad. Und dieser erfolgt über die Sitzbank. Je mehr Kontaktfläche vorhanden ist, umso besser. Eine hohe Sitzbank bietet hier seitlich einfach mehr Material und entsprechend mehr Kniegrip. Daher sollte das Material des Sitzbankbezugs nicht nur oben, sondern auch seitlich griffig sein.
Hier ist übrigens auch das Material des „Leders“ auf der Innenseite Eurer Hose entscheidend. Auch hier gibt es große Unterschiede beim Kniegrip. Speziell günstige Hosen haben hier oft billige, rutschige Kunstledereinsätze, die keinen Halt bieten.

Je aktiver die Fahrweise, umso mehr Kniegrip ist gefordert!

Bei dynamischer Fahrweise kann man viel Kraft sparen, wenn man in gewissen Situationen mit den Knien an der Sitzbank „klemmt“. Z.B. beim harten Bremsen oder bergab, um die Hände zu entlasten. Oder bei Unebenheiten und Schlägen, um diese mit der Hüfte statt den Knien abzufedern. Für modernes sportliches Offroaden ist daher eine Rallybank mit einem griffigen Sitzbezug essenziell.

Die KTM Powerparts Rallysitzbank ist eine „Bank“

KTM Adventure RallysitzbankPerfekter Shape, gute Schaumhärte und griffiger Sitzbankbezug. Und das für unter 200,-! Kann ich jedem sportlichen KTM Adventurefahrer empfehlen. – KTM Adventure 790R – Test hohe Sitzbank – Der Grip des Sitzbankbezugs trifft hier den Sweetspot recht gut. Damit kommt jeder zurecht. Die Haltbarkeit des Bezugs ist leider schlecht (bzw. dem Preis entsprechend). Im Bereich der Knie reißen die Bezüge an der unteren Kante gerne auf. Das Material ist recht dünn. Den Bezug bekommt man gar nicht extra. Also entweder reparieren lassen oder neue Sitzbank kaufen. Oder gleich einen Top Sitzbankbezug im Aftermarket checken?

Maximalen Kniegrip mit dem One Gripper Hex Sitzbankbezug

One Gripper HEX Sitzbankbezug

Die schwedische Firma One Gripper ist absoluter Spezialist, wenn es um Offroadsitzbezüge geht. Die extrem griffigen, robusten, 100% wasserdichten Bezüge sind im Extremendurobereich sehr gefragt. Für Enduros gibt es die Bezüge sogar in 3 verschiedenen Grip Levels! Fürs Adventurebike gibt es den HEX, einen universellen XXL Sitzbankbezug, der speziell für Adventurebikes entwickelt wurde.
Damit die Sache nicht zu extrem wird, sondern genug Beweglichkeit und Komfort gegeben ist, liegt das Griplevel des HEX auf „nur“ 0,5. Wobei One Gripper hier wohl davon ausgeht, eine Seriensitzbank das Griplevel von 0,0 hat. Der Bezug ist nämlich richtig griffig, spürbar besser als bei der eh schon guten KTM Rallysitzbank. Bei der 4 Tage JentlFlow Adventuerbiketour in Sloweninen mit doch auch härteren Passagen habe ich immer wieder zwischen der Original KTM Rallybank und der mit One Gripper HEX Bezug gewechselt. Und es ist beeindruckend. Das gummierte Material spart beim Beschleunigen und Bremsen noch mal Haltekraft am Lenker und vermittelt Kontrolle. Und das im Sitzen wie im Stehen. Gerade der Kniegrip ist der größte Vorteil des One Gripper Bezuges. Das +200 kg 100 PS Adventurebike erzeugt viel Druck beim Beschleunigen und Bremsen. Mit den Knien kann man da gut gegen das Momentum arbeiten und das Bike kontrollieren. Wenn man eben guten Sitzbankgrip hat.
Wie viel Komfort kostet der höhere Grip? Gar keinen. Man kann noch immer gut die Position des Gesäßes ändern, ohne allzu viel Kraftaufwand.

Nur der Vergleich macht dich sicher – Sitzbankbezugstest

Das Bezugsmaterial ist viel dicker und robuster als der originale Bezug. Die Montage ist daher auch für den Sattler eine Aufgabe. Rechnet man zum neuen Bezug die Arbeitszeit des Sattlers dazu, ist man mit einer neuen KTM Powerpartssitzbank günstiger dran. Allerdings hat man dann nicht das Grip und Kontrollgefühl, das der One Gripper Bezug bietet. Und wahrscheinlich auch nicht die Haltbarkeit.

Fazit

Michael Jentl Bosnia Rally 2024Nicht umsonst ist die Rallysitzbank eine der – KTM Adventure 790/890 – 5 JentlFlow Offroad Setup Tipps – . Ergonomieparts haben den größten Einfluss auf das Fahrerlebnis und unterstützten das Umsetzten einer moderen Offroad Fahrtechnik. Verbessern lässt sich die KTM Rallysitzbank mit dem One Gripper HEX Sitzbankbezug. Noch mal spürbar mehr Grip für Gesäß und Knie, was bei sportlichem Fahren Kraft spart und Kontrolle vermittelt. Dazu ist der Bezug extrem robust und 100 % wasserdicht. Jetzt muss nur noch die Dauerhaltbarkeit passen, da bin ich gespannt.