Ein Bericht von Teilnehmerin Rennate Gutleb, die seit 2022 bei der Bosnia Rally dabei ist.
Jubel, die Bosnia Rally feierte 2026 ihr 10jähriges Jubiläum!
Stefan und sein Team haben allen Grund dies zu feiern, die Teilnehmerzahlen sprechen für sich!
Aber zuvor verbringen WIR (Renate und Gerhard) den ersten Anreisetag am Meer. Ich habe den Eindruck, als würde es in den Urlaub gehen, ja, so kann man die Rally auch verkaufen: als Urlaub! Wir werden ja sehen, wie und wann sich in Kupres/BH das Urlaubsgefühl einstellen wird…
An der Grenze, möchte ein leicht grantig wirkender Zollbeamter, in der Landessprache, wissen was wir im Transporter haben? Gegenfrage, weil wir ja eigentlich die Frage nicht verstanden haben: „In English?“, mehr hat der Herr Zollbeamte nicht gebraucht als Information, und winkt uns unwirsch weiter.
Die weitere Anreise Richtung Kupres lässt ständig Erinnerungen an die vergangenen Bosnia Rallys aufkommen, „ ja, da waren wir schon einmal, ja, hier sind wir auch schon vorbeigekommen, ach herrjeh, da war doch die steile Abfahrt, nein und dort der See mit dem Sand…..“
Von weitem schon sehen wir das Hotel Adria Ski/Kupres und die Vorfreude auf den Urlaub wächst! Auffallend leer erscheint uns das Fahrerlager, alles ist ruhig und gechillt.
Ein Balkenmäher muss kurz zuvor versucht haben mehr Stellplätze frei zu mähen, die Rekordzahl an Teilnehmern mit Campern und Zelten muss erst einmal untergebracht werden, aber es wird sehr gut gelingen, das Fahrerlager ist groß genug und wird allen Campern genug Platz bieten und für die Versorgung mit Strom und Duschen wird gesorgt werden.
Unser Stellplatz auf der Wiese will noch von dem Mähgut befreit werden und so mach ich mich auf die Suche nach Hilfe. Mit Händen und Augenzwinkern verständige ich mich mit den freundlichen Mitarbeitern des Hotels und sie bauen mir zwei nigelnagelneue Rechen zusammen, ich werde sie natürlich zurückbringen. Bald ist alles bereit und unser Stellplatz wird bezogen.
Im Hotel gibt es heute nur drei Gäste, Stefan und uns beide? Uuups, wir sind einen Tag zu früh!!! Das passiert einem nur im Urlaub! Etwas spooky so allein im Hotel, aber in der Nacht und am nächsten Tag setzt die Anreisewelle ein.
Matthias Walkner ist auch Rally Teilnehmer und „special guest“, er wird uns am Samstagabend viel von seinen ereignisreichen letzten Jahren erzählen und er wird uns motivieren achtsam und zielorientiert zu sein. Auf der Strecke wird Matthias dann so schnell an uns vorüber ziehen, dass wir ihn nur an seiner Geschwindigkeit erkennen, wir glauben selbst auch fahrend, eigentlich still zu stehen, soviel zu Achtsamkeit und Zielorientiertheit!
Weitere bekannte Persönlichkeiten aus Sport und YouTube sind auch da? Viele habe ich vielleicht gar nicht erkannt… Sorry, wenn es so ist, aber wir alle sind ja da um uns kennenzulernen!
Dieses Jahr werde ich wieder unter Hochspannung versuchen die weibliche Präsenz und den weiblichen Support bei der Bosnia Rally mittels Kurzinterviews in einem Youtube Video sichtbar zu machen, wird nicht ganz leicht werden, alle vor die Kamera zu bekommen und das gleiche habe ich ja auch wieder mit dem „Team JentlFlow“ vor. So ziehe ich immer wieder durch das Fahrerlager, um die einen oder die anderen zu finden. Eines Nachmittags werde ich über den Party-Lautsprecher mit einem Lied von Georg Danzer beschallt. Die Frage aus dem Lied „Weiße Pferde“ ist: „Aber sag mir…woran, woran meine liebe, glauben wir noch?…“ Diese Frage setzt sich fest, sitzt fest! Warum sind wir hier, woran glauben wir, was erwarten wir uns, was suchen wir??? Ich werde mir die zufrieden wirkenden Menschen rund um mich herum ansehen und die Antworten, nachdenklich geworden, auf einen späteren Zeitpunkt verschieben!
Das Team JentlFlow Offroadtraining ist startklar!
Samstag wird der Prolog auf leicht verkürzter und erleichterter Strecke durchgeführt, damit sich die Teilnehmer auf das Navigieren konzentrieren können.
Ja und Michael wird bei den JentlFlow-Offroadtrainings vor Ort noch einigen Teilnehmern den letzten Schliff verpassen. Rally-Fahrtechnik vom Feinsten.
Alles läuft wie geschmiert, lässt sich alles sehr gut an, doch Urlaub?
Der „Sturm auf Kupres“ ist ein großes Spektakel, allen voran fährt das „Rescue Team“ aus Polen, mit Blaulicht und Folgetonhorn, dann Stefan am Quad mit der Beachflag der Bosnia Rally und dann alle begeisterten Teilnehmer am Motorrad, der Funke ist übergesprungen.
Vor dem 1. Briefing am Sonntagabend treffen sich alle „JentlFlower“ bei Michael, um ein wenig von der ansteigenden Nervosität miteinander zu teilen. Ich versuche Fotos von unserem Grüppchen im „JentlFlow“-Shirt zu knipsen und dann geht es los zum Briefing. Spätestens jetzt holt uns die Rally-Realität doch ein wenig ein.
Stefan begrüßt uns alle sehr herzlich:
Tolle Strecken in einer unvergleichlichen Landschaft warten auf uns“, (sollten wir Zeit finden einen Blick darauf zu werfen).
Die Bosnia Rally ist keine Genussfahrt, dicke Adventure Fahrer werden gefordert sein, nein nicht die dicken Fahrer, aber die Motorräder, die goldene Regel, wo Zivilisation ist, bitte runter vom Gas. Achtung bei Regen auf der Straße, diese wird zur Schmierseife, keine Short-Cuts, wir durchfahren immer wieder Minengebiete. Viel Glück!
Die Idee einer neuen Startmodalität wird voll aufgehen, es wird super geschmeidig funktionieren, dank den „Catis“ und „Kathis“ dieser Welt! Die beiden stempeln unsere Startzeit in unsere Rally-Zeitkarten bevor Stefan uns in Kleingruppen auf die große Reise schickt.
Gleich die erste Auffahrt in den Wald wird es in sich haben, ja so wird es sein, so wird es bleiben. Nach beinah einer Stunde Wartezeit ziehen wir hoch in den Wald hinauf und die Rally nimmt ihren Lauf.
Alle nur erdenklichen Schwierigkeiten oder Herausforderungen werden wir bestehen oder auch so manch eine nicht.
Obwohl Michael und Luca immer einen Tag zuvor als Pre-Runner vulgo Streckenspione, die Route in einem Höllentempo vor allem für die Roadbook-Fahrer noch einmal inspizieren werden, wird es Hoppalas im Roadbook geben. Stefan wird nicht müde diese Korrekturen in Windeseile für alle umzusetzen!
Simon der fahrende Streckenposten, wird auf Teilnehmer mit Straßenbereifung im harten off-road Gelände stoßen, die ihm das pure Erstaunen ins Gesicht zaubern, „so wird das nichts, bitte lass dir neue Reifen aufziehen, so kann niemand bei der Bosnia Rally ins Ziel kommen!“. Hat sich eigentlich jeder Teilnehmer die Ausschreibung durchgelesen? Egal aus welcher Himmelsrichtung er nach Kupres anreist, befindet er sich hier bei einer Rally und braucht off-road taugliche Bereifung….
Wir werden Wasser-Durchfahrten meistern, aber bitte nicht zu schnell rein, sonst ploppt das Motorrad aus, trotz aller Warnungen wird es doch passieren, hoch oben auf den Bergen werden wir von Gewittern heimgesucht, Stefan wird die Strecke sperren.
Schipisten, werden wir versuchen hoch zu fahren, „na servas“, für dicke Zweizylinder eine echte Challenge.
Der Canyon bergauf scheint für manche Teilnehmer unpassierbar, die losen Steine an der Schlüsselstelle entpuppen sich als Teufelszeug…dort gibt es glücklicherweise noch eine Help-Zone, aber es wird auch Streckenabschnitte mit einer No-Help-Zone geben. Sabrina wird sagen: “Da hab ich dann den NO-HAPPY-WAY genommen.“ Was meinte sie wohl?
Was uns aufrichtet und so manchen rettet sind die Refresh-Stopps von „Klim“. Wenn wir glauben nicht alles fahren zu können, aber bis zur Refresh-Zone halten wir dann doch durch, denn dort ist gute Stimmung, denn dort kann ich Obst, Wasser und verloren geglaubte Kohlenhydrate bunkern. Vielen Dank an „Klim“, für diese super Unterstützung!
Viel passiert die Tage auf der Strecke und im Fahrerlager.
Die letzte Stage 5 rückt heran, wieder die Waldauffahrt, wie bei der Stage 1 und das nach dem Regen der letzten Nacht! Puhuuu, das wird ohne Hilfe nicht gehen, aber die Hilfe wird es geben!
Dort warten auch schon die
- Rally-Fotographen:Reini, Eduard und Andy, (www.balaz.photography), die ununterbrochen mit ihren Autos auf der Strecke waren, Anastasia und Alessio, (Rally Cool Photography) auf ihren Motorrädern mit Kamera, schneller unterwegs als so mancher Rallyfahrer.
- Karina, die als „Lumpensammlerin“ aus unwegsamsten Gegenden Motorräder samt Fahrer heimholte und dann auch noch ein Bier für die Unglücklichen dabei hatte.
- Georg, (www.endulance.de) der rasende Rettungssanitäter, der seine Einsätze mit viel Humor und Empathie leistete, und
- Das Rescue-Team (offroadrescueteam.pl) unglaublich gut gelaunt und immer zur Stelle in ihren coolen 4WD Einsatzfahrzeugen.
Hut ab für Euren Einsatz!!!
Danke an Stefan und Gratulation dir und deinem Team zum 10. Jubiläum dieser einzigartigen Veranstaltung!
Wir freuen uns auf die nächste Bosnia Rally, dann 2027! – Obwohl Urlaub sieht anders aus! 😉

Bis dahin, bleibt dran, „achtsam und zielorientiert!“
Eure Rennnate
JentlFlow ist seit 2021 bei der Bosnia Rally dabei. Hier die Links zu den Berichten der letzten Jahre:
Bosnia Rally 2025 Härtetest für das Team Jentlflow Offroadtraining
Bosnia Rally 2024 – Jentlflow Rider Report by Renate Gutleb
Bosnia Rally 2023 – Team Jentlflow
Jentlflow bei der Bosnia Rally 2022























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