Als Ex Racer steht Material Pflege bei mir hoch im Kurs. Und hier wird immer zuerst mal gründlich gereinigt. Bei einem sauberen Motorrad bzw. beim Putzen erkennt man Probleme, wie Risse oder fehlende Schrauben, einfach leichter. Abgesehen davon schraubt es sich dann besser und es fällt kein Dreck an Plätze. wo er nicht hin soll. Wie z.B. in den Ansaugtrakt.
Bei der weiteren Pflege geht es dann darum, die beweglichen Teile beweglich zu halten, denn je weniger Widerstand, umso besser. Wer gut schmiert, fährt gut – und das auch länger. Dann sollen die Oberflächen möglichst lange schön bleiben und möglichst wenig Schmutz aufnehmen. So wird das Bike bei Schlamm nicht so schwer und lässt sich beim nächsten Mal leichter reinigen.

KTM Adventure 790 im harten Bosnia Rally Einsatz

Hier ist dringend Pflege nötig… KTM Adventure 790 nach dem Bosnia Rally Einsatz

Pflege – Part 1 Motorradwäsche

Richtig Schmutz entfernen geht nur mit einem Hochdruckreiniger. Je mehr Teile man dazu abbaut, umso besser. Bei mir sind das bei der KTM Adventure immer Windshield, Sitzbank, Gabelschützer und hintere Seitenteile. Wenn es gründlicher sein soll wir auch Tank und Motorschutz demontiert. Bevor es los geht sollte noch der Auspuff mit einem Stopfen verschlossen werden.
Im ersten Waschgang lasse ich das Motorrad am Seitenständer, um gut von unten reinigen zu können. Profis legen dazu das Bike zur Seite; mit dem Lenker z.B. auf einem Hubständer. Dann kommt man ganz gut unter die Kotflügel und kann das Gröbste entfernen.

So kann man gut von unten reinigen

Immer darauf achten, mit dem Hochdruckreiniger nicht direkt auf Lager (Rad- ,Lenkkopf-, Schwingenlager), oder bei der Kette im Bereich der X-Ringe, draufzuhalten. Auch die Gabelstaubkappen sollte man nicht von unten mit Hochdruck reinigen, sonst drückt es den Schmutz zu den Simmeringen.
Dann wird das Motorrad auf einen Hubständer gestellt. Ich verwende bei der Adventure mit Rallyfahrwerk den auner Motorradständer Enduro, 25,5-34,5cm,bei der CFMOTO 1000MT-X die niedrige Variante. Eigentlich bis 150 kg zugelassen, ich hatte aber noch nie ein Problem damit. Idealer Weise sind so beide Räder frei drehbar. Sonst lege ich ein dünnes Brett darunter.  Reifen, Felgen, aber auch Kettenblatt und Kette (von der Seite, innen wie außen) können jetzt mit Hochdruck abgespritzt werden.

Ist der gröbste Dreck mal unten wir jetzt mit dem Putoline RS1 Bike Wash Pro das ganze Bike eingesprüht. Sind Kette oder Motorteile stark verschmutzt, verwende ich den Putoline Chain and Engine Degrease Spray.  Nach 5 Minuten Einwirkzeit wird dann abgewaschen.

Ich gebe dann meist vom Putoline Put Off Bike Cleaner noch ein wenig in einen Kübel mit Wasser und  putze mit einer weichen Bürste die schwer zugänglichen Stellen, wie im Cockpitbereich. Für hartnäckige Verschmutzungen (Vom Reiben der Stiefel an den Seitenteilen)  verwende ich Cif und einen Schwamm.
Noch mal drübergewaschen und jetzt sollte alles schön sauber sein. Ich trockne dann mit einem Handtuch das gröbste, den Rest macht die Luft. Ein Gebläse (habe ich – noch – nicht) wäre natürlich super, da hätte man keine Wasserflecken und kann die Feuchtigkeit von den heiklen Stellen wegblasen.

Pflege – Part 2 Schmieren

Ein paar Stunden später geht’s dann ans Schmieren.

Kettenpflege

Zuerst verwende ich das Putoline 1001 Penetrating + PTFE Spray und einen Fetzen, um die Kette noch mal zu reinigen und vor Rost zu schützen. Später kommt bei mir der Putoline Kettenspray O/X/Z-Ring zum Einsatz. Ich sprühe hier von oben und unten auf die Gelenke (bzw. die X-Ringe) der Kette. Vor der nächsten Ausfahrt ziehe ich dann die Kette durch ein altes Tuch, um möglichst viel oberflächiges Kettenspray zu entfernen. So verhindere ich, dass sich zu viel Staub und Schmutz festsetzt.

Das Putonline Kettenspray O/X/Z-Ring ist für den Offroad Einsatz gedacht. Stärker haftend ist das Putoline Kettenspray DX11. Ideal für große Etappen und vorwiegend Straßeneinsatz. Durch die hohe Haftwirkung bleibt aber auch mehr Schmutz haften, daher nutzte ich das Offroad Kettenspray, das dafür häufiger.

Gabel und bewegliche Teile

Mit dem Putoline 1001 Penetrating + PTFE Spray reinige und pflege ich die Gabelstandrohre. Hin und wieder auch unter den Staubkappen der Gabel – Fünf JentlFlow Tipps für die Adventurebike Fahrwerkspflege – . Dann werden mit dem 1001er Spray alle beweglichen Teile wie Fußrastengelenke, Schalthebelgelenk und Seitenständer behandelt, damit sie leichtgängig bleiben. Auch für den Kupplungszug kann das Spray dank PTFE verwendet werden.

Lager Pflege

Für Schwingen- Lenkopf- und Radlager sollte man das 1001er Spray allerdings nicht verwenden. Denn bei gefetteten Lagern wir durch das dünnflüssige Öl das Fett verdünnt und verflüchtigt sich dann. Da hilft nur Zerlegen und mit Putoline Racing Grease Spezialfett schmieren. Bei den Laufrädern würde ich das auch tun, denn die Radlager sind Schmutz und Feuchtigkeit stark ausgesetzt. Ich reinige bei jedem Radausbau gründlich und fette auch anständig nach.

Finaler Glanz

Neben Putonline Kettenspray O/X/Z-Ring und Putoline 1001 Penetrating + PTFE ist es das Putoline Silicon Spray, das bei mir mit Abstand am meisten verwendet wird. Silkon schmiert aber fettet nicht und ist schmutzabweisend. Abgesehen von Sitzbank, Griffen, Reifen und Bremsen spraye ich damit das gesamte Motorrad ein. Ab besten Sitzbank entfernen, Griffe und Bremsscheiben abdecken und dann erst sprühen. Im Anschluß wird mit einem weichen Tuch nachgewischt. Das Bike glänzt danach wie neu. Schmutz bleibt weniger haften bzw. lässt sich sehr leicht wieder entfernen. Zur Sicherheit kann man dann noch die Bremsscheiben mit Putoline Bremsenreiniger Spray von allfälligen Ölspritzern säubern.
Ich verwende das Silikon Spray auch beim Mountainbike. Hier sogar bei der Kette. Die bleibt dann schön sauber und es haftet wenig Staub. Allerdings muss man vor jeder Ausfahrt sprayen.

Luftfilter Pflege

Wenig offroaderfahrene Biker unterschätzen oft die Wichtigkeit, Luftflter und Kasten rein zu halten. Verschmutze Luftfilter kosten nicht nur Leistung, sondern erhöhen die Gefahr von Motorschäden, wenn der Dreck durch den Filter bzw. außen vorbei in den Ansaugtrakt gelangt.
Die meisten Adventurebikes kommen mit einem Papierfilter. Der funktioniert gut, solange es nicht extrem staubt (wie bei Rallys), und solange sie nicht nass werden (wie bei möglichen Umfallern bei Wasserdurchfahrten). Hier braucht man zur Reinigung nur mit Druckluft den Filter hin und wieder ausblasen und besser früher als später tauschen.
Im Allroundeinsatz nutze ich auch den Papierfilter, da er einfacher zu reinigen ist. Das mache ich auch öfter, ebenso wie eine Reinigung des Filterkastens mit Putoline 1001 Penetrating + PTFE und Putzpapier.

Bei der Bosnia Rally fahre ich mit einem Schaumstofffilter. Der wir dann am besten mit Putoline Filterreiniger Action Cleaner gereinigt (danach mit Wasser ausgespült und getrocknet) und mit Putoline Luftfilteröl Action Fluid gut eingeölt. Bei seltenem Gebrauch empfiehlt sich das Putoline Luftfilteröl Action Fluid Spray, das ist einfacher in der Anwendung. Vor der Montage muss er ein paar Stunden „auslüften“. An den Kontaktflächen etwas Fett zur besseren Abdichtung kann auch nicht schaden. Zusätzlich nutze ich noch Uni Schnorchelfilter von Touratech aus Schaumstoff für die Ansaughutzen oder Filterblöcke von TwinAir. Die dienen dann als Vorfilter.

Part 3 – Schraubencheck

Ist alles schön sauber und geschmiert, werden noch die Schrauben gecheckt. Wer das öfter macht, bekommt ein Gefühl dafür, was gerne locker wird. Das ist bei jedem Motorrad anders.
Bei mir beginnt das mit dem Check der Kettenspannung. Dann werden die Laufräder und Reifen kontrolliert sowie die Speichenspannung per Fingerdruck geprüft. Anschließend wird bei augebockten Motorrad die Gabel „entlüftet“, das heißt, der Überdruck wird abgelassen, damit sie besser anspricht.
Jetzt werden alle Schrauben gecheckt. Achsschrauben, Bremssattel, Gabelbrücke, Auspuff, Schalthebel… usw. Einen Drehmomentschlüssel verwende ich (als erfahrener Schrauber) nur bei der Gabelbrücke, den hier dürfen die Schrauben nicht zu fest angezogen werden.
Den Kühlflüssigkeitsstand prüfen schadet gerade bei der KTM Adventure auch nicht.

Top gepfegt und ready für den nächsten Jentlflow Einsatz!

Fazit

Michael Jentl Bosnia Rally 2024Eine gut gepflegtes Bike macht nicht nur mehr Freude, sondern sorgt auch für guten Werterhalt. Dazu erhöht der Teilecheck bei der Reinigung und die anschließende Schraubenprüfung die Wahrscheinlichkeit, die nächste Tour ohne technischen Defekt zu beenden. Bei Pflegemitteln habe ich mit Putoline Produkten vom auner immer gute Erfahrungen gemacht. Und das seit gut 30 Jahren. Da bleibe ich dabei.